Keine neuen Atomkraftwerke in den Niederlanden

Gemeinsame Resolution von Bündnis90/Die Grünen, LV Nds, und GroenLinks in der Provinz Groningen und Drenthe

Auch die Teilnehmenden aus dem Landkreis Verden, Doris Gerken, Hannelore Wessel, Lennart Quiring und Boris Oberheitmann, gehörten zu der großen Mehrheit der Delegierten, die am 07. November 2020 die Resolution „Radioaktivität kennt keine Grenzen: Keine neuen Atomkraftwerke in den Niederlanden – für eine klimafreundliche und sichere Energieversorgung in den Niederlanden und Deutschland“ in ihrer Online-Delegiertenversammlung verabschiedeten.

Gemeinsam mit der niederländischen Schwesterpartei wollen die niedersächsischen Grünen die Pläne der niederländischen Regierung, erneut in die Atomenergie einzusteigen, um so die Pariser Klimaziele zu erreichen, verhindern. Unter anderen möglichen Standorten wurde auch das an Niedersachsen angrenzende Eemshaven genannt.

https://www.google.com/maps/place/Eemshaven,+Niederlande/@53.302941,6.9286276,10.5z/data=!4m5!3m4!1s0x47c9d89588648bd3:0xaa167e96d56b025e!8m2!3d53.4385887!4d6.8354937

Nach wie vor spricht alles gegen Atomenergie:

Nicht zu beherrschende Technologie
Endlagersuche für strahlenden Restmüll ungeklärt
Milliarden teurer Kraftwerksrückbau wird nicht eingepreist

Eine Studie des atomfreundlichen Beratungsunternehmens ENCO aus Wien soll belegen, dass die Atomkraft die günstigste Art sei, um sauberen Strom zu produzieren. Die Unbeherrschbarkeit dieser Technologie, die bei einem Unfall das Leben und die Gesundheit von Millionen von Menschen gefährden kann, wird dabei außer Acht gelassen. Weltweit ist es bisher nicht gelungen, ein sicheres Endlager für den mehrere hunderttausend Jahre strahlenden Atommüll zu bauen. Auch die exorbitanten Kosten für den Rückbau der verstrahlten Anlagen werden nicht berücksichtigt.

Die niederländische GRÜNEN-Abgeordnete Elke Slagt-Tichelman hält es außerdem für äußerst gefährlich, ein Kernkraftwerk in einem Gebiet zu errichten, in dem infolge der Gasförderung viele Erdbeben auftreten.

Gemeinsam fordern GroenLinks und Bündnis90/Die Grünen in Niedersachsen die niederländische Regierung auf, ihre Pläne für den Bau neuer Atomkraftwerke aufzugeben, den 45 Jahre alten Atommeiler Borsele schnellstmöglich stillzulegen und ein nachhaltiges Konzept für eine klimaneutrale Energiewende zu erarbeiten, das auf erneuerbare Energien und eine dezentrale Energieversorgung setzt. 

Das Thema „Atomkraft“ ist und bleibt auch in den nächsten Jahren ein aktuelles Thema, das die Aufmerksamkeit und das Engagement der Öffentlichkeit auch in unserem Land weiterhin dringend benötig.

Nur aufgrund des Widerstandes von Grünen, Umweltverbänden und Bürgerinitiativen ist Gorleben nach 40 Jahren nicht mehr im Verfahren für eine Endlagersuche, weil endlich durch wissenschaftliche Untersuchungen festgestellt wurde, dass der Standort geologisch nicht geeignet ist.

Andere Gebiete Niedersachsens sind jedoch aufgrund geologischer Kriterien Teil des Verfahrens. „Wir stehen zu der Verantwortung, den sichersten Standort zu finden. Diese Aufgabe können wir nur mit einem offenen, transparenten und wissenschaftsbasierten Verfahren mit maximaler Bürgerbeteiligung lösen. Damit das funktioniert, muss das Verfahren verbessert werden,“ so Grünen-Landesvorsitzende Anne Kura.

Rebecca Harms, Mitbegründerin und später auch Sprecherin der Bürgerinitiative in Gorleben ist davon überzeug, dass es nur einen Konsens geben kann, wenn die Politik es dieses Mal schafft, das Vertrauen der Bürger*innen zu gewinnen.

Autorin:

Hannelore Wessel

Die übrigen Delegierten

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