Nabu, Grüne und Berufsimker wollen Gesetzesänderungen erwirken

Zu viele Düngemittel, zu viele Pestizide, zu wenig Feldgehölze und Feldraine, zu wenige gute Gewässer, breite Gewässerrandstreifen als Schutzräume und naturnaher Wald, zu viel Versiegelung … die Gründe für den Rückgang der Artenvielfalt und Artenmasse speziell im Agrarland Niedersachsen sind bekannt. Dringend muss gegengesteuert werden – was derzeit mit dem „Volksbegehren Artenvielfalt.Jetzt“ versucht wird.

 

Eine starke Gemeinschaft geht jetzt auf die Straße, um endlich durchzusetzen, was seit Jahren bekannte Notwendigkeiten sind, um den Artenschwund zu stoppen. Doch was genau fordern die drei Initiatoren-Vereinigungen Nabu, Grüne und Berufsimker?

Kurzgefasst eine ökologischere Land-, Forst- und Gartenbauwirtschaft, die u.a.

  • mehr Lebensraum für Wildtiere durch mehr Feldgehölz- und Heckenstrukturen, Feld- und Wegraine sicherstellt,
  • mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung garantiert durch die Festlegung von Großvieheinheiten pro Hektar,
  • Oberflächengewässer vor Schadstoffeintrag bewahrt und das Grundwasser schont, 
  • Sonderstandorte wie Moore und Feucht- und Trockenwiesen besser schützt.

Die genauen Forderungen, was sich in drei betroffen Gesetzen ändern muss, sind im neuen Gesetz-zur-Sicherung-der-Arten-und-Biotopvielfalt-in-Niedersachsen auf den Aufklappseiten der Unterschriftenlisten zu lesen. Doch mitnehmen kann man den Text dort leider nicht, abreißen darf man es nicht, denn gültig sind die Bögen nur, wenn sie „VOLLSTÄNDIG“ eingereicht werden, also mit allen Gesetzestexten und Begründungen.

Das ist unbefriedigend für alle, die nicht nur populistisch „den Bienchen helfen wollen“, sondern die gerne genau wissen möchten, was gefordert wird und warum, und was sie da unterschreiben oder ob sie das überhaupt unterschreiben wollen.

Deshalb haben wir hier alle Texte, wie sie auf den Unterschriftenbögen abgedruckt sind, in einer besseren Leseversion zum Herunterladen vorbereitet. Zusätzlich findet Ihr eine Gegenüberstellung aller betroffenen Gesetze und Paragrafen in der jetzigen und der angestrebten Version.

DAS BÜNDNIS – alle Träger- / Unterstützer*innen

Mehr als 170 Bündnispartner sind inzwischen dabei – darunter viele Umwelt- und Naturschutzverbände, Vereine, Parteien sowie weitere Organisationen. Aus dem Landkreis Verden sind z.B. der Zugvogel (Outdoorkleidung) und das Gemüseabo dabei.

 

Wer das Aktionsbündnis aktiv unterstützen will, mit Geld oder … fast noch wichtiger … mit der Möglichkeit, Unterschriften einzusammeln in seinem Laden, bei seiner Kundschaft, der kann sich hier melden und eintragen lassen. Denn es ist wichtig, dass die Interessierten schnell finden, wo sie unterschreiben können. 

Mehr Artenvielfalt? Wer soll das bezahlen?

Wie üblich wird gestritten – weniger um die Inhalte, als vielmehr um das Geld. Was soll das alles kosten? Denn Nutzungseinschränkungen bringen die in ihren Nutzungsmöglichkeiten Eingeschränkten rasch auf die Palme, wenn der Minderertrag – und um nichts anderes geht es in der Landwirtschaft – nicht ausgeglichen wird. Und so haben die Initiatoren natürlich auch gerechnet, was die notwendigen Veränderungen kosten werden. Diese Zusammenstellung findet Ihr in den Gesamtdokumenten, aber auch hier in der Leserversion.

Mit Mundschutz für die Artenvielfalt

 

Wer auch immer wo an den Stand gehen will, sollte sich und seine Mitmenschen schützen. Denn die Pandemie ist noch nicht Schnee von gestern. Diese Maske ist gerade für uns in Produktion und in wenigen Tagen verfügbar. Freu, freu …

Und was bitte ist der „Niedersächsische Weg“?

Viele mögen sich zudem fragen: Es gibt doch bereits einen Kompromiss, den die Landesregierung in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ausgearbeitet hat und der auch von den Naturschutzverbänden mitgetragen wird. Dieser Kompromissvorschlag „Niedersächsische Weg“ wurde mit Riesentamtam über die Medien vorgestellt. Warum gibt es dann noch das Volksbegehren?

WEIL … dieser Kompromiss derzeit nur schöne Worte und Absichtserklärungen enthält, aber noch weit weg ist von jeder Verbindlichkeit. Damit die hier getroffenen Vereinbarungen rechtskräftig und finzanziell so ausgestattet und abgesichert werden, dass sie nicht den erstbesten Finanzlöchern und Lobbyarbeitern zum Opfer fallen können, werden wir mit dem „Volksbegehren Artenvielfalt.Jetzt“ weitermachen und genau den Druck aufbauen, den es braucht, damit schöne Worte und Absichtserklärungen Rechtskraft bekommen. Dann erst sind wir am Ziel. 

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