Mehr Platz fürs Fahrrad

Radwege sanieren, Benutzungspflicht aufheben, temporäre Radspuren prüfen

Verden. Die Grüne Stadtratsfraktion sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Herstellung geeigneter Radwege in Verden. Nachdem die Fraktion schon vor einiger Zeit eine Aktualisierung des Radwegeförderkonzepts beantragt hatte, fordert sie rasches Handeln, um in Zeiten von Corona Radfahrenden genügend Platz zu geben. Insbesondere auf ohnehin viel zu schmalen kombinierten Rad- und Fußwegen sei eine Einhaltung von Abständen derzeit nicht möglich.

„In vielen Städten werden derzeit temporäre Radwege vom Straßenraum der Autos abgeteilt – das sollte auch für Verden geprüft werden,“ fordert Grünen-Ratsmitglied Werner Meincke. Sofern es sich nicht um städtische Straßen handelt, solle sich die Stadt bei Landkreis und Straßenbauamt für entsprechende Lösungen einsetzten. Im Zuge der Lockerungen von Corona-Maßnahmen sehen die Grünen dringenden Handlungsbedarf: Viele Menschen mieden derzeit eher den ÖPNV – für die individuelle Mobilität falle dann die Entscheidung zwischen Auto und Fahrrad. „Wenn wir ein Auto-Chaos vermeiden wollen, dann müssen wir jetzt alles dafür tun, die Bedingungen fürs Radfahren zu verbessern,“ so Grünen Fraktionsvorsitzender Rasmus Grobe.

Dabei geht es den Grünen auch um die bestehenden Radwege. Ich bin viel mit dem E-Bike unterwegs, aber viele Radwege in Verden sind so kaputt, dass es gefährlich ist, sie zu benutzen,“ berichtet Grünen-Ratsmitglied Bärbel Rater. Zudem könnten gerade E-Bike-Fahrer*innen so die Vorteile ihres Verkehrsmittels nicht ausfahren. Die Grünen fordern daher einen Sanierungsfahrplan und – solange Radwege faktisch nicht benutzbar seien – die Aufhebung von Radwegebenutzungspflichten.

Schließlich weisen die Grünen auf eine neue Regelung in der Straßenverkehrsordnung hin: Seit Kurzem müssen Autos beim Überholen von Radfahrenden auf der Straße innerorts mindestens 1,5 Meter Abstand halten. In einigen Straßen im Stadtgebiet bedeute das de facto ein Überholverbot. Hier wünschen sich die Grünen eine Öffentlichkeitsarbeit von Stadt und Polizei – gegebenenfalls auch durch zusätzliche Beschilderung.

Die vollständige Anregung gibt es hier (pdf): Anregung_Radverkehr

 

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