Verdener Gespräch: „Energiewende in Verden“

Sowohl die Bundesregierung als auch der Rat der Stadt Verden haben eine nachhaltige Reduzierung des CO2-Ausstoßes beschlossen. Damit diese Beschlüsse nicht bloße Lippenbekenntnisse bleiben, bedarf es konkreter Maßnahmen zur Erreichung der sehr ehrgeizigen Ziele. Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Verdener Stadtrat hat daher am 14.10.2008 einen umfassenden Antrag zur Beschlussfassung im Rat der Stadt Verden gestellt. Dieser Antrag beinhaltet im wesentlichen die Unterstützung der verstärkten Installation von Solartechnik und die Förderung des Einsatzes von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) und Mini-Blockheizkraftwerken (BHKW) in den dafür geeigneten Gebäuden. Die Stadtwerke Verden sollen, als stadteigenes Unternehmen, in die Realisierung und den Betrieb dieser Anlagen eingebunden werden.
Obwohl zu diesem Antrag offiziell noch keine Vorlage in den städtischen Gremien beraten wurde, sind erhebliche Teile dieses grünen Antrags schon in der Umsetzung. Bereits seit dem Sommer 2008 betreiben die Stadtwerke Verden ohnehin schon mehrere Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäude-Dächern der Stadt Verden. Den Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt wird dabei die Möglichkeit geboten, sich an diesen Solarstrom-Anlagen zu beteiligen und somit eine attraktive Geldanlage mit ökologischem Nutzen zu verbinden. Ab April 2009 wird nun zusätzlich, unserem Antrag entsprechend, das Förderprogramm „VerKWK plus“ ins Leben gerufen. Die Stadtwerke Verden fördern hierbei die Umstellung bzw. den Austausch alter Heizkessel-Anlagen hin zu einem modernen Erdgas-Mini-Blockheizkraftwerk.
Vor allem in unserer historischen Altstadt stehen viele Gebäude, bei denen es sich aus städtebaulicher Sicht verbietet, eine Außendämmung zur Verbesserung der Energiebilanz anzubringen. Durch das Anbringen einer solchen Dämmung würde die Außenarchitektur des Gebäudes stark verändert und damit das Stadtbild erheblich beeinträchtigt.
Für diese Gebäude ist die Sanierung unter Einbeziehung eines Mini-Blockheizkraftwerks möglicherweise eine ökologisch sinnvolle Alternative.
Durch den Erhalt von Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung werden jetzt weitere Investitionskostenzuschüsse für energetische Sanierungsmaßnahmen gemäß dem Antrag der Grünen möglich. So ist zum Einen ein Zuschuss für die Sanierung des Domherrenhauses bereits vom Rat beschlossen worden, zum Anderen sind für die finanzielle Unterstützung von nachhaltigen energetischen Modernisierungen von denkmalgeschützten Häusern in der Innenstadt Mittel für das Jahr 2010 eingeplant.
Diese Maßnahmen entsprechen weitestgehend dem Antrag, den die Grünen im Oktober 2008 eingebracht haben, und eine Ratsvorlage, die sich mit weiteren Umsetzungen dieses Antrags beschäftigt, ist bereits in Vorbereitung.
Grüne Politik wird nicht nur auf Bundes- oder Landesebene gemacht. Grüne Politik findet auch auf kommunaler Ebene hier in Verden statt. Und hier vor unserer Tür, wo die Entscheidungen des Stadtrats unmittelbare Auswirkungen auf die hier lebenden Menschen haben, hier sind die Auswirkungen umweltbewussten Handelns direkt erlebbar.

Martin Deter
Stellv. Fraktionsvorsitzender
Bündnis 90/Die Grünen
im Verdener Stadtrat

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