Ratsantrag: Kein Glyphosat auf städtischen Flächen

Kein Glyphosat auf Flächen, die die Stadt verpachtet: Die Verdener Grünen wollen ein solches Verbot auf den Weg bringen und außerdem den Einsatz anderer Pestizide soweit wie möglich eindämmen. Dort, wo es möglich und sinnvoll sei, sollten in Kooperation mit den Pächtern Nischen und Rückzugsräume für Insekten in Form von ein- und mehrjährigen Blühstreifen angelegt werden. Außerdem soll die Stadt prüfen, wie der Einsatz von diesen Stoffen auf gewerblich genutzten Flächen und im privaten Bereich, zum Beispiel durch verbesserte Information, verringert werden kann, heißt es in einem entsprechenden Antrag.

Der Betriebshof der Stadt Verden setze in vorbildlicher Weise sei 2015 weder Glyphosat noch andere Pestizide bei der Pflege der städtischen Flächen ein. Hierdurch könne man direkt vor Ort erleben, dass ein Verzicht auf Pestizide möglich sei, lobt Johanna König von der Grünen Stadtratsfraktion. Dies solle jetzt auch auf den stadteigenen Flächen, die von Pächtern bewirtschaftet werden, umgesetzt werden.

In der Begründung des Antrages wird auf das Umweltamt verwiesen. Das Umweltbundesamt sieht durch den massiven Einsatz von Glyphosat erhebliche Folgen für den Artenschutz: Glyphosat ist ein sogenanntes Totalherbizid: Das Pflanzenschutzmittel wirkt nicht nur bei sogenannten Schadkräutern, sondern tötet flächendeckend den gesamten Ackerwildkrautbewuchs ab. Und genau darin liegt das Problem – mit der nahezu vollständigen Vernichtung aller Kräuter und Gräser auf dem Acker wird nicht nur die Vielfalt der Pflanzen stark reduziert, sondern allen anderen an Ackerlebensräume gebundenen Arten wie z.B. Insekten oder Feldvögeln flächenhaft die Nahrungsgrundlage entzogen.

„Mit dem Insektensterben drohen ganze Nahrungsketten in der Natur zusammenzubrechen – mit zum Teil erheblichen Folgen für die Vogelwelt. Insgesamt verlieren wir in Deutschland im Moment jedes Jahr eine Million Vogel-Brutpaare, weil sie nicht mehr genug Nahrung finden – es fehlen die Insekten, erläutert Rasmus Grobe, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Wenn wir in den kommenden Jahren keinen ‚stummen Frühling‘ ohne Vogelgezwitscher erleben wollen, müssen wir jetzt dringend gegensteuern und mehr Natur wagen – das schützt nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch die Gesundheit der Menschen.“

Neben den ökologischen Folgen ergeben sich durch den Rückgang der heimischen Bienenarten auch erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. Die zurückgehende Bestäubungsleistung in der Landwirtschaft führt zu Ertragseinbußen. Die Grünen sehen an dieser Stelle die Stadt Verden in der Verantwortung, sich für die Gesunderhaltung ihrer Flächen einzusetzen und den Naturhaushalt und damit die Artenvielfalt zu fördern.

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