Höher – schneller – weiter –
wie viel Milch muss sein?

Podiumsdiskussion zur Milchmarktkrise, den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

Europa ertrinkt förmlich … in Milch. Die Landwirte produzieren rund 5% mehr als wir für den Binnenmarkt und den Export in Form veredelter Milchprodukte benötigen. Die Überproduktion hat schwerwiegende finanzielle, gesellschaftliche und kulturelle Folgen: Der Milchpreis ist nicht auskömmlich, viele Landwirte geben auf, Milchpulver wird steuerfinanziert gehortet „für schlechte Zeiten“ oder „neue Märkte“.

Die Milchmarktkrise geht bereits ins dritte Jahr. Zwar konnte mit Hilfe des EU-Mengenreduzierungsprogramms kurzfristig erfolgreich die Menge gedrosselt werden und dadurch der Preis wieder von 20ct auf 30ct pro Liter ansteigen. Doch immer noch klafft eine große Lücke zu den 44ct pro Liter Milch, der den Landwirten eine auskömmliche Milchwirtschaft sichern könnte. Und immer noch schwimmen wir in Milch.

400 000 Tonnen Milchpulver liegen bereits auf Halde, die Lagerung zahlt der Steuerzahler. Viele Milchbauern und Bäuerinnen resignieren. Alleine in 2016 gaben 7% der Milchviehbetriebe in Deutschland auf, ohne dass das die Situation entschärft hätte. Denn die Anzahl der Kühe bleibt konstant. Der Trend geht zu immer größeren Ställen mit 1000 Kühen und mehr.

Wie wollen wir in Zukunft unsere Landwirtschaft – spezielle die Milchviehhaltung – gestalten? Wie sollen unsere Dörfer aussehen, ländlich geprägt durch Kuhherden auf Weideland oder gewerblich bewirtschaftet durch Megaställe mit eingesperrten Kühen? Wie wollen wir bäuerliches Einkommen, gesellschaftliche Anforderungen, Naturschutz, Umweltschutz und Klimaschutz in Einklang bringen? Welche Rolle spielt und welche Macht hat der Verbraucher? Und wo müssen Rahmenbedingungen von der Politik geschaffen werden?

Zusammen mit dem Kreisvorstand Verden von Bündnis90/die Grünen möchte die Kreistagsfraktion über unser wichtiges Lebensmittel Milch und seine Erzeugung, über Stallerweiterungen als Existenzsicherungsversuche sowie über die Konflikte, die sich aus Massentierhaltung auch im Rinderstall ergeben, diskutieren. Wir haben für unser Podium kompetente Vertreter der Milchviehhalter, Landwirte und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) gewinnen können. Wir freuen uns über die Zusage von

  • Harald Hesse (Samtgemeindebürgermeister Thedinghausen),
  • Jörn Ehlers (Kreislandwirt Verden und Vizepräsident des niedersächsischen Landvolkes),
  • Dr. Elisabeth Böse (Milchviehhaltung)
  • Ottmar Ilchmann (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft).

Werden Sie auch dabei sein?

Wann: Dienstag 30.05.17 um 19.00 Uhr, Eintritt frei,
Wo:  Gasthaus Kehlenbeck in
27337 Thedinghausen-Lunsen,
Achimer Landstraße 5

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