Interview mit unserem Landtagskandidaten Erich von Hofe mit dem Aller Report

Erich von Hofe _ kleinInterview mit unserem Landtagskandidaten Erich von Hofe mit dem Aller Report

1. Seitens der Landesgrünen wurde kürzlich schon der Kuschelkurs kritisiert, den die CDU und SPD im Wahlkampf bislang pflegten – heißt das umgekehrt, auch eine schwarz-grüne Koalition käme in Frage?

Eine schwarz-grüne Koalition kommt für uns nicht in Frage. Die Gegensätze z. B. in der Asylpolitik oder der Agrarindustrie sind mit der CDU viel zu groß. Die harte Abschiebepolitik Schünemanns und die Förderung der Massentierhaltung teilen wir nicht. Wir wollen deshalb einen Politikwechsel zu rot-grün.

2. Benötigen Sie das Direktmandat, um in den Landtag zu kommen?

Ja, ich benötige das Direktmandat, um in den Landtag zu kommen. Entscheidend für den Wechsel in Niedersachsen ist jedoch die Zweitstimme für die Grünen, damit wir eine starke Landtagsfraktion werden.

3. Welches sind Ihre persönlichen Beweggründe, für den Landtag zu kandidieren? Ich bin Lehrer an der Integrierten Gesamtschule in Osterholz-Scharmbeck. Aufgrund dieser Erfahrungen will ich mich für kleinere Klassen, Abitur auch nach 13 Jahren, Zulassung von kleineren Gesamtschulen, gebundene Ganztagsschulen landesweit und behutsame Einführung der Inklusion einsetzen. 4. Umstritten ist die Schulpolitik der Landesregierung. Würden die Grünen die Oberschulen wieder abschaffen wollen? Wir setzen uns für ein möglichst langes gemeinsames Lernen von starken und schwächeren Schülerinnen und Schülern in allen Schularten ein. Die Gymnasialschüler fehlen in der Regel an den Oberschulen. Deshalb werden wir der Umwandlung von Oberschulen zu Gesamtschulen ermöglichen. Eine Abschaffung der Oberschulen von oben wird es nicht geben.

5. Für welche Belange Ihres Wahlkreises wollen Sie sich in Hannover besonders einsetzen?

Verbesserung der Schulwegsicherheit, Fuß- und Radweg mit neuer Eisenbahnbrücke über die Aller in Verden, Tempolimit auf der Autobahn bei Achim und Oyten, Ausbau vorhandener Strecken statt Y-Trasse, kein Fracking bei Erdgasförderung, Alternativen zum Maisanbau für Biogasanlagen fördern, ökologische und bäuerliche Landwirtschaft statt Massentierhaltung, Bürgerbusse fördern, Energiewende mit mehr Windenergieanlagen ausbauen. Und eine gute Schulpolitik.

6. Zurzeit schreiben die Wähler Regierungserfolge in Niedersachsen fast komplett der CDU zu, während die FDP an Zuspruch verliert. Besitzt Ihre Partei für eine rot-grüne Regierung ein schärferes Profil?

Bei einer rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen werden wir auf jeden Fall unser grünes Profil unter Beweis stellen. Zu nennen sind unsere Kompetenzen besonders in den Bereichen Umwelt-, Naturschutz- und Agrarpolitik. Hier werden uns von den Wählerinnen und Wählern heute schon die größeren Kompetenzen zugewiesen.

7. Fürchten Sie eine schwache Wahlbeteiligung?

Vor fünf Jahren zumindest zog es kaum mehr als die Hälfte der Wähler an die Urnen. Wer einen Politikwechsel in Niedersachsen will, sollte auch zur Wahl gehen. Rot-grün hat noch nicht gewonnen. Es kommt auf jede Stimme an. Diese Botschaft muss vermittelt werden. Wer nicht zur Wahl geht, muss mit dem Ergebnis der anderen leben.

8. Infokasten Familienstand:

verheiratet und zwei erwachsene Kinder; 56 Jahre alt; Lehrabschluss als Elektriker, Lehrer und Fachmoderator für Gesellschaftslehre an Gesamtschulen in Niedersachsen

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